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Rückblick 2015

Sonntag, 13. Dezember

Es war 1001 Mal – Märchenreisen durch Leben und Welt mit MARGARETE WENZEL

Märchenerzählerin Margarete Wenzel entführte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in märchenhafte Abenteuer.  Sie erzählte einige ihrer liebsten und wertvollsten Geschichten, die sie in ihrem neuesten Buch zusammengefasst hat.

Die Leiterin der Märchenakademie Wien hat auf Grenzgängen zwischen Philosophie, Stimmarbeit und Improtheater zum Märchenerzählen gefunden. Ihre Erzählungen sind kleine theatrale Inszenierungen mit ausdrucksvollem Einsatz von Stimme und Körper.

Für die musikalische Begleitung sorgte Elke Traxler  Bereits während ihres Musikstudiums begann sie mit reger Konzert- und auch Unterrichtstätigkeit in diversen Jugendorchestern und Kammermusikensembles. Seit 2000 unterrichtet sie an der Johann Sebastian Bach Mu sikschule in Wien Violine und leitet das Jugendorchester. Für "Es war 1001 Mal" spielte sie quer durch den musikalischen Gemüsegarten, von Telemann-Fantasien über fiddlemusic, jigs and reels bis hin zu Jazzigem und kommentierte damit die Stimmungen der Märchen.

Fotos: Tanja Dirks, Wien / Elke Traxler, Wien

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 4. Dezember 2015

Schutzengel der hiesigen Zeit
Prosa und Lyrik von Christine Lavant
mit Ilse Schneider

Kaum ein Autor oder eine Autorin des 20. Jahrhunderts ist derart mit einem gängigen Klischee behaftet wie Christine Lavant: Die arme, kränkliche Frau, die sich in ihrer Lyrik den Körperschmerz buchstäblich vom Leib schreibt und das Schreiben wie einen Bissen Brot zum Überleben braucht.

Mit bedachtsam gewählten Texten, einer spannenden und vielschichtigen Dramaturgie und einem einfühlenden und anrührenden Vortrag vermittelte Ilse Schneider gemeinsam mit Brigitte Ira das Leben und Werk der großen Kärntner Dichterin. Musikeinspielungen suchten die Gefühlswelt der Dichterin auszuloten und zwei beeindruckende Filmdokumente führten die faszinierende Erscheinung der Lavant vor. Ein Moment der Stille und der Ergriffenheit folgte dem Verklingen des letzten Gedichts.

Ilse Schneider, Germanistin, Musikpädagogin, Dramaturgin und Journalistin gestaltete diesen Abend anlässlich des 100. Geburtstages der Dichterin und wurde unterstützt von Brigitte Ira, die, ebenfalls als Sängerin ausgebildet, als Kulturmanagerin tätig ist und die Original Wiener Deutschmeister-Schrammeln gegründet hat. Der kulinarische Genuss im Anschluss, es gab Kärntner Reindling und Wein aus dem Lavanttal, war dem Sponsoring von schrittesser speck&bar in Wien und Weinbau Gartner im Lavanttal zu verdanken.

Samstag, 10. Oktober:

KALEBASSE VOLLER WEISHEIT - Patrick Addai erzählt

Am Samstag, dem 10. Oktober erzählte Patrick Addai afrikanische Geschichten und Lebensweisheiten in der Mediathek Maria Anzbach

 Mit heller Begeisterung unterstützten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene den Geschichtenerzähler: Sie trampelten wie die Elefanten, schwammen wie Frösche und sangen afrikanische Lieder zur Trommelmusik. Mit großer Ausdruckskraft und schauspielerischem Können erzählte  Patrick Addai Geschichten, die die Welt Afrikas beschreiben und  gleichzeitig auch ein Stück Lebensweisheit beinhalten.

Addai schloss seine Darbietung mit einem Appell an die Erwachsenen, den Kindern Geschichten zu erzählen und vorzulesen, denn Märchen verbreiten Mut, Fröhlichkeit und Zuversicht und außerdem vertieft sich durch das gemeinsam Erfahrene die Beziehung.

Patrick Addai stammt aus dem Volk der Aschanti in Ghana und studierte Volkswirtschaft in Linz und Soziologie und Politologie in Salzburg. Er wirkte am Theater des Kindes in Linz und in Wien am Theater Drachengasse als Schauspieler. Schon während seines Studiums begann er Kinderbücher zu schreiben. Er lebt in Leonding bei Linz und sieht sich als Botschafter, der die Tradition und Kultur der unbekannten Welt Afrikas, die Weisheiten und den Humor seiner Heimat vermittelt. Für seine Leistungen erhielt er 1999 den Interkulturpreis des Landes Oberösterreich, den Preis für Afrikanische Literatur für Weltoffenheit 2005 sowie 2010 den Adler Award als „Bester afrikanischer Autor in Europa“.

 Foto: Eduard Riedl

 

 

 

Die Veranstaltungen der Reihe "Literatur & Musik" wurden von der Niederösterreichischen Dorferneuerung gefördert. Die Mediathek dankt dem Dorferneuerungsverein Maria Anzbach für die Unterstützung.

Freitag, 12. Juni 2015: LDS "Literatur & Musik"

Gertraud Klemm las aus "Aberland"

ABERLAND hat die in Wien geborene Autorin Gertraud Klemm ihren Roman genannt. Mit einem Kapitel daraus gewann sie 2014 den Publikumspreis bei den Klagenfurter Tagen der deutschsprachigen Literatur. Sie schildert darin humorvoll, aber auch sarkastisch-bissig das Leben und die Befindlichkeiten zweier Frauen, die sich ihrer Lebenssituation mit einem großen JA, ABER ergeben. Zwischen Rechtfertigungsversuchen für das eigene Tun – oder auch Nichtstun – und dem Hadern mit der Rolle, in die Frau bewusst/unbewusst hineingestolpert ist, werden die wesentlichen Erfordernisse weiblicher Emanzipation um Haaresbreite verpasst.

Das Publikum amüsierte sich über Klemms temperamentvollen Vortrag und über die grimmigen Worthiebe, mit denen sie die wunden Punkte gesellschaftlicher Konventionen traf.

Zur Unterhaltung trug auch das Ensemble JEMS 4 Zither bei. Jonathan Stängl, Eva Engel, Magdalena Kraml entlockten mit Ensemble-Leiterin und Musikschullehrerin Angelika Derkits ihren Instrumenten sowohl traditionelle als auch klassische und modern-beschwingte Töne.

 

Die Veranstaltungsreihe „Literatur & Musik“, die in der Mediathek Maria Anzbach ein halbes Jahr lang gelaufen ist und vom Dorferneuerungsverein Maria Anzbach gefördert wurde, fand damit ihren Abschluss. Die Kombination von literarischen mit musikalischen Darbietungen hat sich bewährt und ist zum Markenzeichen der Mediathek geworden. Auch für zukünftige Veranstaltungen soll dieses Konzept beibehalten werden.

 Fotos: Eduard Riedl

 

 

 

Freitag, 10. April 2015: LDS "Literatur & Musik"

Lesung aus „Die vierzig Tage des Musa Dagh“
mit Bernhard Eppensteiner, Karim Othman-Hassan und Burag Tuzkaya

Literatur bewahrt die großen Schicksale der Menschheit, daher stellte Mediatheksleiterin Andrea Fürst den vergangenen Abend der Reihe „Literatur & Musik“ in das Zeichen des Gedenkens an den Völkermord an den Armeniern, der sich heuer zum 100. Mal jährt.

Franz Werfels Roman „Die vierzig Tag des Musa Dagh“ ist für die Armenier weltweit von größter Bedeutung, da er das an ihnen begangene Unrecht für alle Zeit anklagt. Bernhard Eppensteiner, „eine der schönsten Stimmen von Radio Ö1“ wie Andrea Fürst ihn ankündigte, las mit großer Einfühlung und verstand es, das Publikum eine Stunde lang in den Bann des Romans zu ziehen, der in genialer Weise historische Tatsachen und fiktive Einzelschicksale verbindet, in einer bilderreichen Sprache, die in ihrer Ausdruckskraft einzigartig ist.

Der großen Empfindungskraft des Textes entsprachen die musikalischen Beiträge, die Karim Othman-Hassan und Burag Tuzkaya gestalteten. Beide Musiker sind in Österreich aufgewachsen und haben armenische Wurzeln. Sie spielten armenische Kompositionen  aus osmanischer Zeit, auf Oud, der arabischen Laute, auf Kamancheh, der Stachelfidel sowie der Ney (Rohrflöte), Rahmentrommeln und Darbukka. Die Musik vermochte die sensiblen Stimmungsbilder des Romans kongenial zu ergänzen. Das bewegte Publikum konnte anschließend noch das Erfahrende diskutieren, vor allem die Aktualität des Romans in unserer Zeit, die wieder von Verfolgung, Flucht und Ausrottung von Völkern geprägt ist.

 Foto: Eduard Riedl

Freitag, 6. März 2015: LDS "Literatur & Musik"

Afghanistan: kitābha & dostә́y
Bücher & Freundschaften

Mit diesem Themenabend verfolgte Mediatheksleiterin Andrea Fürst zwei Ziele:

Zum einen wurde Literatur über Afghanistan vorgestellt, zum anderen ein Patenschaftsprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, von denen ein Großteil aus Afghanistan nach Österreich kommt. Andrea Fürst präsentierte die Romane „Drachenläufer“,  „Tausend strahlende Sonnen“ und „Traumsammler“ von Khaled Hosseini, aber auch Bücher des weniger bekannten Atiq Rahimi. Die Romane dieser im Exil lebenden Schriftsteller führen eindrucksvoll die gesellschaftlichen Strukturen in Afghanistan mit ihrer gnadenlosen Unterdrückung der Frauen vor Augen als auch die gesamte Tragik dieses von Krieg, Terror und Unfreiheit gezeichneten Landes.

Perspektivlosigkeit und persönliche Bedrohung zwingt viele Familien dazu, Kinder auf den langen und gefahrvollen Weg in den Westen zu schicken. Im Jahr 2014 erreichten etwa 2.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Österreich. Sie erhoffen sich hier eine Perspektive für ihre Zukunft, Frieden, Sicherheit und Schutz vor Verfolgung, jedoch sitzen hunderte von ihnen monatelang ohne sozialpädagogische Betreuung im Flüchtlingslager Traiskirchen fest.

Die Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten bietet in ihrem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine alters- und bedürfnisgerechte Betreuung und darüber hinaus die Möglichkeit, Patenschaften für Jugendliche zu übernehmen. Die Betreuer des Patenschaftsprojektes Martina Glaubacker und Georg Hauer informierten über die Patenschaften, in denen es um unterstützende Kontakte von ÖsterreicherInnen zu jungen Flüchtlingen geht. Besonders interessant war es, die anwesenden PatInnen von den positiven und bereichernden Kontakten erzählen zu hören.

Dass es wert ist die afghanische Gemeinde in Österreich verstärkt wahrzunehmen und das Kulturgut dieser Menschen vorzustellen und zu vermitteln, zeigte sich an dem musikalischen Beitrag des Abends. Der in Niederösterreich lebende, international renommierte Musiker Sobeir Bachtiar und sein Kollege Wahid Kamran machten das Publikum mit traditioneller afghanischer Musik vertraut. Bachtiar, der seine musikalische Ausbildung in Afghanistan begonnen und in den 1960er Jahren auf der Wiener Musikakademie fortgesetzt hatte, spielte auf dem afghanischen Nationalinstrument Robab, einer bemalten  Schalenhalslaute mit Elfenbeineinlagen. Begleitet wurde er von Wahid Kamran auf zwei kleinen Kesseltrommeln, Tabla genannt. Die mit Harmoniumbegleitung vorgetragenen Lieder in der afghanischen Sprache Paschto waren besonders berührend, vor allem, weil Sobeir Bachtiar ein Lied dem Patensohn von Andrea Fürst widmete, der den anwesenden Gästen afghanische Samosas aufwartete.

Fotos: Eduard Riedl

Freitag, 20. Februar 2015: LDS Literatur & Musik

gerhard rühm
chansons • romanzen • gedichte
gelesen von Rainald Tippow

Gedichte zu hören kann zugleich vergnüglich und anspruchsvoll sein, das beweist sich, wenn die Poesie von Gerhard Rühm stammt. Die Mediathek Maria Anzbach ehrte den sprachexperimentellen Schriftsteller, Komponisten und bildenden Künstler anlässlich seines 85. Geburtstages. Mediatheksleiterin Andrea Fürst hatte Rainald Tippow, Mitglied der Schaustellerei Maria Anzbach, gebeten, eine Auswahl von Gedichten, Chansons und Romanzen zusammenzustellen und vorzutragen. Tippow präsentierte einen Querschnitt aus Rühms Poesie und wurde mit seiner Sprechakrobatik den Sprachoperationen Rühms mehr als gerecht. Das Publikum lauschte vergnügt nicht nur den Textdarbietungen, sondern auch den Gitarrenklängen von Lion Böhm und Samuel Daul. Die beiden in der Musikschule Maria Anzbach-Eichgraben ausgebildeten Musiker bewiesen ihr herausragendes Talent mit anspruchsvollen Stücken zeitgenössischer lateinamerikanischer Komponisten. Der Umtrunk und Imbiss anschließend in der Mediathek wurde zu regen Gesprächen genutzt. Der nächsten Veranstaltung, die afghanischer Literatur und einem Patenschaftsprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich gewidmet ist, darf man mit Spannung entgegen sehen (6. März, 19 Uhr, Mediathek Maria Anzbach).

Foto: Eduard Riedl

Samstag, 24. Jänner 2015

Der KINDERFASCHING IN DER MEDIATHEK

stand unter dem Motto: Komm als Held / Heldin eines Buches verkleid et - oder als Märchenfigur!

Eine indische Prinzessin mit ihrem Leoparden, eine bezaubernde rosa Fee, eine wackere Piratin, ein kleiner Spiderman, ein cooler Polizist, Robin Hood, ein Ninja Krieger und das Eselchen der Bremer Stadtmusikanten versammelten sich zum Plaudern, Spielen und Naschen... Alle hatten Spaß, am meisten die böse Stiefmutter aus dem Märchen, die die bunte Schar eingeladen hatte..

Freitag, 9. Jänner 2015: LDS Literatur & Musik

Johannes Leopold Mayer: Wozu Musik?

Vortrag

Ein Lob der Musik in der Mediathek Maria Anzbach

Der Mensch ist selbst Musik, im Klang seiner Stimme, im Rhythmus seines Herzschlages und seiner Bewegungen. Ohne Musik kann der Mensch nicht leben. Musik eröffnet Empfindungs- und Erinnerungsräume, die kaum in Worte zu fassen sind, die uns aber in Verbindung mit dem Göttlichen, Überirdischen, Nicht-Fassbaren bringt, wie immer man es nennen will.

Einen bewegenden Vortrag hielt Johannes Leopold Mayer am vergangenen Freitag zum Thema seines 2014 in den Edition Konturen erschienenen Buches „Wozu Musik?“. Zahlreiches Publikum folgte den lebendigen und mitreißenden Ausführungen des Musikexperten und Philosophen, der Radio Ö1-Hörern als Moderator von Sendungen wie Pasticcio", "Intrada" und "Apropos Musik" bekannt ist.

Eingeleitet wurde der Vortrag vom Blockflötenensemble der Musikschule Maria Anzbach Eichgraben. Unter der Leitung und Mitwirkung von Caren Egger spielten Alrun Dutzler,  Vanessa Ribul und Stefanie Nagl Musikstücke der Spätrenaissance.

Den zweiten musikalischen Block gestalteten Rita Veress und Adriana Palmisano auf Geige und Cello. Die Musikerinnen ehrten die Musik der Klassik mit einem Rondo von Beethoven, um dann Legenden der Pop- und Soulmusik die Reverenz zu erweisen. Besonders hinreißend spielten sie die Adaption eines Heavy Metal Songs. Mit einnehmender Natürlichkeit wurden diese Stücke von Rita Veress eingeleitet und kommentiert.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Mediatheksprojektes „Literatur und Musik“ statt, das vom Dorferneuerungsverein Maria Anzbach finanziell unterstützt wird. Bis Juni wird es monatlich eine Themenveranstaltung geben, die nächste eine Lesung von Texten Gerhard Rühms am Freitag, dem 20. Februar.                 Foto Eduard Riedl

Datum: 
01.01.2015 - 00:01 bis 31.12.2015 - 23:59 Uhr