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Ilir Ferra: "Minus"

Lesung mit Musik und Diskussion

Wie schnell man mit Fremden vertraut werden kann, stellte das Publikum der Mediathek bei der Lesung von Ilir Ferra am 22. September fest. Ferra und sein musikalischer Begleiter Toçe gewannen die Zuhörenden mit ihrer humorvoll-charmanten Art und sorgten in einem angeregten Wechsel zwischen Lesung, Musik und Gespräch für erstklassige Unterhaltung.

Ilir Ferra wurde 1974 in Albanien geboren, kam 1991 nach Österreich und studierte Übersetzung für Englisch und Italienisch an der Universität Wien. Er las aus seinem Debüt “Rauchschatten“, einem Roman über das Albanien der 1980er-Jahre und das Leben in einem Überwachungsstaat, überraschte die Leser aber mit einer Textstelle, in der es um die ersten zarten Regungen der Liebe und den damit einhergehenden Gefühlsverwirrungen eines Siebenjährigen geht. Ein zweiter Text aus seinem Roman „Minus“, der in einem Wiener Wettbüro spielt, rückte die Themen von Fremdheit und Integration in den Fokus. Mit allgemeiner Überraschung wurde die Aussage Ferras aufgenommen, dass bei seiner persönlichen Integration die Zeit beim Bundesheer eine besonders positive Rolle gespielt hätte.

Der ebenfalls aus Albanien stammende Liedermacher Orges Toçe sang mit einer Stimme „wie eine Schaufel voller Whisky-getränktem Kies“ Lieder von witzig-schnurriger Eigenart und steuerte auch einige Anekdoten aus seiner Freundschaft mit Ferra bei.

Foto: Eduard Riedl

 

Datum: 
22.09.2016 - 19:30 Uhr